The Land Of Unlimited Opportunities

35. CBYX/ PPP

15th Alltägliche Herausforderungen…nichts kommt von allein.

Es ist Herbst geworden in Seattle und die Temperaturen fallen, im Moment wird mir wieder vor Augen geführt, wie groß dieses Land ist. Während es hier an der Westküste Washingtons, nur niedrigere Temperaturen gibt, haben manche Teilnehmer schon die morgendliche Herausforderung zu meistern, ihr Auto im Schnee zu finden, und andere tragen nach wie vor Shorts. In New York hat es diese Woche 20 cm geschneit und in California sind Menschen gezwungen, Ihre Häuser zu verlassen, um vor den Bränden zu fliehen.

Aber nun zum eigentlichen Thema dieses Beitrages – Herausforderungen in meinem Leben hier. Letzte Woche entdeckte ich einen Flyer für einen Multicultural Club im College. Ich beschloss, trotz des bereits fortgeschrittenen Semesters, diesem beizutreten. Am Tag des Meetings stand ich allerdings vor verschlossenen Türen, die Leute des Student Leadership im nächsten Raum meinten, dass das schon öfter vorgekommen sei. Scheinbar sei der Club nicht erpicht auf neue Mitglieder, und da ich auch bei einem weiteren Versuch keinen Erfolg hatte, gab ich auf. Dadurch bleibt es leider weiterhin ein Clubloses Semester für mich, trotzt der neuntausend Studenten hier, gibt es nicht so viele Angebote, wie es nach dem Vorbereitungsseminar zu erwarten war.

Es gibt Clubs – einen Bibel-Club, einen, für Frauen in Mathematik und Science, einen Gaming Club und einen Honor Club für elitäre Studenten. Die Sache ist nur die – ich bin überhaupt nicht religiös, und abgesehen von Mario Kart und Sims hab ich nie wirklich gezockt. Mathe ist ok, aber nicht gerade meine Leidenschaft, und als Honor-Club Mitglied werde ich mit meinem einen Semester nicht akzeptiert. Schade, haha :,P

Auch mit Volunteer Work ist es in meinem College nicht so einfach, man muss sich auf die zur Verfügung stehenden Möglichkeiten bewerben, und wird daraufhin zugelassen oder nicht. Aus diesem Grund habe ich bisher erst sieben von vierzig Volunteer-Sunden geleistet. Natürlich kann man das auch außerhalb des Colleges machen, bisher hatte ich damit jedoch keinen Erfolg. Zuerst mal ist es Pflicht, diese Arbeit bei einer Non-Profit Organisation zu machen, dadurch fallen die meisten kleinen Shops in der Umgebung weg, die evtl. froh über Unterstützung gewesen wären. Auch Museen und ähnliche Einrichtungen sind meistens keine Non-Profits.

Am unkompliziertesten wäre es, über die Kontakte der Hosts an eine Stelle zu kommen. Meine Gast-Familie hat allerdings absolut keinen Bezug zur Community oder Umgebung. Joe arbeitet zehn-Stunden Schichten, sechs Tage in der Woche. Urlaub hatte er bisher nur an zwei Tagen, um etwas am Haus zu reparieren, ansonsten lässt er sich diesen meistens auszahlen. Auch Chris arbeitet Vollzeit, in Ihrem Fall sind die Stunden eher normal, allerdings arbeitet Sie häufig am Wochenende und an den Feiertagen. Außerdem sollte sie sich auch darum kümmern, dass vier bis neun Austauschstudenten in Ihrem Haus etwas zu essen haben. Diese Workaholic-Einstellung ist in den USA nicht unüblich. Wenn die beiden zuhause sind, wird eher der Abend vor dem TV verbracht, oder in Joes Fall, auch mal an einem Auto geschraubt. Dadurch habe ich bisher niemanden sonst aus der Familie kennengelernt, obwohl diese groß ist – insgesamt haben meine Gasteltern 11 Geschwister. Auch mit den bereits ausgezogenen Kindern, Freunden, oder Nachbarn hatte ich bisher nichts zu tun.

Mir bleibt also nichts anderes übrig, als online nach Organisationen zu suchen und diese zu kontaktieren. Am Besten wäre es natürlich, sich direkt persönlich vorzustellen, allerdings ist das ohne Auto nicht so einfach. Allein zum College brauche ich mit dem Bus über eine Stunde, mir fehlt die Zeit dafür. Deshalb schreibe ich Mails und hake eine Woche später telefonisch nach, da sich bisher niemand daraufhin gemeldet hat. Es ist wirklich überraschend, dass die meisten Organisationen selbst kostenlose Unterstützung ablehnen. Es liegt eventuell daran, dass diese gerne eine langfristige Beteiligung sehen oder lieber amerikanischen Schülern die Möglichkeit geben möchten.

Nach dieser Übersicht zu meiner Suche, für eine Möglichkeit als Volunteer zu arbeiten, kann man sich vielleicht vorstellen, wie hart es ist, einen bezahlten Job zu finden – dabei war ich bisher ähnlich erfolglos. In Deutschland bekommt man zumindest eine Eingangsbestätigung, nachdem man eine Bewerbung eingereicht hat. Hier wäre ich inzwischen sogar froh über eine Absage, denn wenn man nicht selbst nachhakt, hört man meistens überhaupt nichts. Der Arbeitsmarkt ist schwer zu vergleichen mit dem von Zuhause, in den USA wird das Prinzip hire and fire tatsächlich gelebt.

Aber immerhin hat eine Sache funktioniert, nach einer aufwändigen schriftlichen Bewerbung, und einem Telefoninterview mit Cultural Vistas, wurde ich als Teilnehmerin für das CIP ausgewählt. Mit vier anderen PPPlern aus unserem Jahr werde ich sechs Wochen im Congress in Washington DC arbeiten! Ich freue mich schon sehr darauf!

(Quelle: Google)

Die 50 Staaten der USA – Seattle ist in Washington, an der Westküste an der Grenze zu Kanada (oben links), die Brände sind in dem großen Staat California, welcher auch an Mexiko grenzt, und der viele Neuschnee fällt gerade in New York, an der Ostküste (auf der anderen Seite oben rechts).

Der Aushang für den nicht Vorhandenen Club.

Zumindest dieser Vortrag hat stattgefunden.

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