{"id":103,"date":"2019-03-13T04:00:13","date_gmt":"2019-03-13T03:00:13","guid":{"rendered":"http:\/\/35ppp.de\/anna\/?p=103"},"modified":"2019-03-13T04:00:13","modified_gmt":"2019-03-13T03:00:13","slug":"mein-erster-roadtrip-alleine","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/35ppp.de\/anna\/2019\/03\/13\/mein-erster-roadtrip-alleine\/","title":{"rendered":"Mein erster Roadtrip alleine!"},"content":{"rendered":"<p>Hallo Zusammen,<\/p>\n<p>der Abschied von meiner Familie hat mich emotional ziemlich zur\u00fcckgeworfen und mir ging es die erste Januarwoche nicht sehr gut. Da ich aufgrund meiner Collegepause und dem Beginn meiner Praktika Phase allerdings bis\u00a0 28.01.2019 freie Zeit zur Verf\u00fcgung hatte und nicht im Selbstmitleid versinken wollte, machte ich mich an die Planung meines ersten Roadtrips alleine. Ich setzte mir den 14.01 als Abfahrtstag und den 22.01 als R\u00fcckkehrdatum um noch etwas Zeit vor dem Praktikumsbeginn zu haben. Innerhalb weniger Tage stellte ich meine Route zusammen, traf Vorkehrungen f\u00fcr die ersten beiden N\u00e4chte und fuhr dann am 14.01 nach einem weitern Jobinterview los (welches zu meinem zweiten Job f\u00fchrte). Nat\u00fcrlich war ich etwas aufgeregt, dennoch voller Vorfreude. Ich versuche meine Route hier nun etwas zu beschreiben:<\/p>\n<p><strong><em>Binghamton &#8211; Mount Snow, Vermont:<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Mein erster Tag war nur Reisetag, ich fuhr zu meiner ersten Couchsurfing Unterkunft und hatte keine Ahnung was mich dort erwarten w\u00fcrde. Zum Ziel waren es knapp 205 Meilen (3 Std. 35 min) und die letzte ca. 4 Meilen waren Feldweg durch einen Wald, was mich etwas beunruhigte da es bereits dunkel war. Erwartet wurde ich von Julie, einer Anfang 40 j\u00e4hrigen alleinerziehenden Mutter, Ihr dreij\u00e4hriger Sohn war bereits im Bett. Sie hatte Abendessen f\u00fcr uns beide gekocht und bei Suppe und Wein konnten wir uns etwas n\u00e4her kennenlernen. Zwei N\u00e4chte verbrachte ich in Ihrem Wohnzimmer auf der Couch, gemeinsam mit den zwei Haushasen (zum Gl\u00fcck hatte ich\u00a0 Ohropax dabei). Morgens wurde ich lautstark und sehr herzlich von Ihrem s\u00fc\u00dfen Sohn aufgeweckt, es war sch\u00f6n mal wieder von Kindern umgeben zu sein (Liebes-Shootout an meine Nachbarskinder und die Verwandtschaft back home)! Den ersten Tag verbrachte ich komplett am Mount Snow mit Skifahren, es war herrlich wieder auf der Piste zu sein \ud83d\ude42 Eine Skihose habe ich mir g\u00fcnstig gekauft, alles andere von Freunden geliehen. Am zweiten Tag ging es nach dem gemeinsamen Fr\u00fchst\u00fcck f\u00fcr mich nach Plymonth (Vermont) zu einer zweist\u00fcndigen Schneemobil Tour. Ich war die einzige Tour-Teilnehmerin zu dieser Uhrzeit, dementsprechend richtete sich mein Guide komplett nach mir und wir fetzten zwei Stunden durch die Berge Vermonts mit tollen Ausblicken auf die umliegenden T\u00e4ler. Den restlichen Nachmittag fuhr ich nach Woodstock mit einigen Stopps an gefrorenen Wasserf\u00e4llen.<\/p>\n<p><strong><em>Mount Snow, Vermont &#8211; Woodstock, New Hampshire:<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Die Nacht in Woodstock verbrachte ich in einem kleinen aber feinen Hostel, leider gab es in dieser Gegend keine Couchsurfing M\u00f6glichkeiten. Die Inhaberin des Hostels (Serena), gab mir f\u00fcr meinen n\u00e4chsten Tag den wohl besten Tipp ever. Ich wollte wandern gehen, war allerdings alleine und es wurden Temperaturen von -30 \u00b0C vorhergesagt. Sie empfiehl mir den Trail zum Lonesome Lake in den White Mountains, beides hat seinen Namen redlich verdient, es war sehr einsam und schneebedeckt. Ausgestattet mit mehreren Schichten \u00fcber den ganzen K\u00f6rper verteilt machte ich mich gegen 9 Uhr morgens bei -25 \u00b0C auf meinen Weg. Der Weg war nicht unendlich weit, etwa 5km einfach, die sehr hohe Schneedecke und der schlecht erkennbare Pfad machten es mir allerdings sehr schwer mein Ziel zu erreichen. W\u00e4hrend des Aufstiegs traf ich keine Menschenseele, nur die Berge &#8211; Ich &#8211; und ein paar Tierspuren (und meinen inneren Schweinehund, ca. 3x). Oben angekommen bereitete sich ein unfassbar sch\u00f6ner Ausblick vor mir aus, der Lonesome Lake und auf der gegen\u00fcberliegenden Seite eine h\u00fcbsche H\u00fctte im Wald. Nat\u00fcrlich wollte ich zu dieser H\u00fctte, dies bedeutete allerdings den See zu \u00fcberqueren, links und rechts war relativ dichter Wald. Ich fand menschliche Fu\u00dfspuren \u00fcber den See, die einige Tage alt schienen dies brachte mich zum Entschluss der See sei genug gefroren um Ihn zu \u00fcberqueren (jeder Klugschei\u00dfer der sich jetzt denkt &#8222;ist die bl\u00f6d bei -25 \u00b0C ist der See nat\u00fcrlich gefroren&#8220;, es gibt auch immer wieder Quellen in Bergseen welche dazu f\u00fchren das ein solches Gew\u00e4sser nicht komplett zufriert und komplett lebensm\u00fcde bin ich dann auch wieder nicht). Also checkte ich ein letztes Mal den Empfang an meinem Handy und machte mich auf den Weg, die ersten 10 &#8211; 15 Meter liefen geschmeidig, dann brach ich das erste mal ein. Das Herz ist mir in die Hose gerutscht und ich hatte Angst mich zu bewegen. Nach rund einer Minute regungslosem Ausharren stellte ich fest das meine Beine, ich steckte ca. H\u00fcfthoch fest, nicht nass waren &#8211;\u00a0 nur kalt. Es war die oberste Schneeschicht die gebrochen ist, nicht das Eis! Ich robbte mich also vorw\u00e4rts, checkte die Lage und weiter gings. Ich brach einige Male ein und der Werg bis zur H\u00fctte schien unendlich aber es war eine unfassbare Erfahrung. Endlich an der H\u00fctte angekommen g\u00f6nnte ich mir eine hei\u00dfe Schokolade, es war eine Selfservice H\u00fctte und sie war komplett leer. Es gab einen Wasserkocher, ein paar Snacks, Tee etc. man nimmt sich einfach was man m\u00f6chte und legt ein paar Dollar in ein K\u00f6rbchen. Danach machte ich mich an den Abstieg, welcher logischerweise schnelle ging, einige Zeit bin ich einfach runtergerutscht &#8211; mal mehr mal weniger vors\u00e4tzlich. Unten angekommen durchstr\u00f6mte mich das wohl beste Gef\u00fchl meines Lebens, ich war so stolz auf mich selbst (nicht nur \u00fcberlebt zu habe)! Unter diesen Konditionen h\u00e4tte ich vor einem Jahr keinen Fu\u00df vor die T\u00fcr gesetzt, heute liebe ich das Abenteuer mehr als je zuvor! \ud83d\ude42<\/p>\n<p>Danach ging die Fahrt weiter nach Portland 120 Meilen, 2.5 Std..<\/p>\n<p><strong><em><span style=\"text-align: left;color: #333333;text-indent: 0px;letter-spacing: normal;font-family: 'Libre Franklin','Helvetica Neue',helvetica,arial,sans-serif;font-size: 16px;font-variant: normal;text-decoration: none;cursor: text;float: none;background-color: transparent\">Woodstock, New Hampshire &#8211; Portland, Maine:<\/span><\/em><\/strong><\/p>\n<p>In Portland n\u00e4chtigte ich wieder bei einer Couchsurfing Host, Ihr Name war Louise und sie ist 75 Jahre alt, sehr spezieller Charakter. Ich traf sie bei Ihrer Kirche wo wir gemeinsam noch an einem Abendessen der Community teilnahmen, danach fuhren wir zu einer Veranstaltung der Community\u00a0 f\u00fcr ein besseres Gesundheitssystem in den USA. Da Louise sehr schnell kommunizierte das ich aus Deutschland komme, konnte ich dort noch einen Auftritt als &#8222;Gastredner&#8220; zum deutschen Gesundheitssystem halten. Die Nacht verbrachte ich auf Ihrer Couch, am darauffolgenden Morgen startete ich meine Erkundungstour in Portland. Portland liegt am Atlantischen Ozean und ist bekannt f\u00fcr seine tollen K\u00fcsten und Leuchtt\u00fcrme, beides kann ich so best\u00e4tigen. Es war sch\u00f6n und au\u00dfergew\u00f6hnlich die K\u00fcsten zum Teil von Schnee bedeckt zu sehen. Au\u00dferdem hervorzuheben ist das sehr leckere Essen dort, Lobster chowder (Hummereintopf) und Clam chowder (Muscheleintopf)\u00a0 habe ich so zuvor noch nie gegessen\u00a0 und gilt dort als typisches Streetfood und ist deswegen preislich auch wirklich erschwinglich.<\/p>\n<p>Weiter ging die Fahrt nach Boston mit ca 110 Meilen und 1 Std. 50 Min. Fahrt.<\/p>\n<p>Auf dem Weg nach Boston durchquerte ich Salem, die bekannte Hexenstadt und stoppte dort um die Stadt etwas zu erkunden. Dies ist auf ein paar Stunden gut m\u00f6glich, da die Stadt nicht so gro\u00df ist. Salem ist wirklich cool, hat einen ganz einzigartigen und etwas bedr\u00fcckenden Charme. Die Stadt hat einen Platz in der Geschichte wegen der unz\u00e4hligen Hexenverfolgungen und Hinrichtungen im 16. Jahrhundert, die Galgen und Pl\u00e4tze an welchen zu dieser Zeit &#8222;Hexen&#8220; verbrannt und get\u00f6tet wurden sind immer noch erkennbar. Die Stadt lebt Ihr Wiedererkennungszeichen sehr stark aus, alles wirkt etwas unheimlich &#8211; es gibt Gesch\u00e4fte f\u00fcr Zauberumh\u00e4nge und ich habe die Winkelgasse aus Harry Potter teilweise wiedererkannt.<\/p>\n<p><strong><em>Portland, Maine &#8211; Boston, Massachusetts:<\/em><\/strong><\/p>\n<p>In Boston habe ich zwei N\u00e4chte im Hostel verbracht. Dort angekommen traf ich mich mit Thani und Alina (zwei anderen PPP\u00b4lerinnen) zum feiern, wir hatten einen sch\u00f6nen, lustigen gemeinsamen Abend und es war toll die beiden etwas n\u00e4her kennenzulernen &#8211; beide kannte ich zuvor nicht sehr gut.<\/p>\n<p>Den ersten Tag in Boston verbrachte ich mit Sightseeing, eine wirklich tolle und empfehlenswerte Stadt. Der Hafen, die Altstadt, der Freedom Trail, Chinatown, Public Market und Boston Common mit seiner gro\u00dfen Eislaufbahn strahlen einen guten Flair aus.<\/p>\n<p>Den zweiten Tag verbrachte ich im bekannten New England Aquarium in Boston, welches mir wirklich sehr gut gefiel. An diesem Tag traf uns der h\u00e4rteste Schneesturm des bisherigen Winters und da dieser bereits vorhergesagt war, war ich gezwungen meine Route zu \u00e4ndern.. Bosten war absolutes Chaos und ich verlie\u00df die Stadt erst am sp\u00e4teren Nachmittag.<\/p>\n<p><strong><em><span style=\"text-align: left;color: #333333;text-indent: 0px;letter-spacing: normal;font-family: 'Libre Franklin','Helvetica Neue',helvetica,arial,sans-serif;font-size: 16px;font-variant: normal;text-decoration: none;cursor: text;float: none;background-color: transparent\"> Boston, Massachusetts &#8211; Providence, Rhode Island (geplant war Cape Cod):<\/span><\/em><\/strong><\/p>\n<p>Die Fahr nach Providence sind nur 51 Meilen, knapp eine Stunde somit auch bei schlechtem Wetter machbar, dachte ich. In Providence angelangt war das ganze dann kein Schneesturm mehr, sondern ein Blizzard mit starkem Eisregen. Es kam also wie es kommen musste und ein Autofahrer konnte aufgrund der vereisten Stra\u00dfen am Stoppschild nicht anhalten und ist mir sch\u00f6n reingefahren. Es ist zum Gl\u00fcck niemanden was passiert, dennoch musste die Polizei etc. alarmiert werden und das ganze war halt einfach nervig. Dennoch habe ich die Nerven nicht verloren, meine Jaqueline (mein Auto) hat seitdem ein ordentliches blaues Auge, aber eine wahre Sch\u00f6nheit kann ja nichts entstellen. Auf den Schock bin ich mit Jordan (meiner Couchsurfing Gastgeberin die gemeinsam mit Ihrem Mitbewohner und Spaghetti schon auf mich gewartet hat) und Ihrem Mitbewohner erst mal was trinken gegangen und wir sind zu Fu\u00df weiter durch die Stra\u00dfen von Providence geschlittert. Wir hatten tolle Gespr\u00e4che, sie war unglaublich hilfsbereit und ich hoffe sie wirklich nochmal wieder zu sehen! Meinen Aufenthalt am n\u00e4chsten Tag in Providence verbrachte ich somit gr\u00f6\u00dftenteils auf der Polizeiwache und auf der Suche nach einer Werkstatt. Dennoch hat mir diese Stadt auf jeden Fall eine tolle Bekanntschaft beschert \u00fcber welche ich dankbar bin!<\/p>\n<p><strong><em>Providence, Rhode Island\u00a0 &#8211; Hartford, Connecticut:<\/em><\/strong><\/p>\n<p><span style=\"float: none;background-color: transparent;color: #333333;cursor: text;font-family: 'Libre Franklin','Helvetica Neue',helvetica,arial,sans-serif;font-size: 16px;font-style: normal;font-variant: normal;font-weight: 400;letter-spacing: normal;text-align: left;text-decoration: none;text-indent: 0px\">Nachdem der nette Mensch von der Werkstatt meinte meine Jaqueline schafft es zur\u00fcck bis nach Binghamton machte ich mich auf den Weg zu meinem n\u00e4chsten Stopp. Dem 75 Meilen (1.5 Std) entfernten Hartford in Connecticut. In Connecticut \u00fcbernachtete ich bei Jenny, einer sehr aufgeschlossenen Frau in den sp\u00e4t drei\u00dfiger. Dort wurde ich ebenfalls mit einem warmen Abendessen empfangen, wir quatschten \u00fcber Ihre letzte Reise nach Hawaii, Ihrer alternativen Lebensweise und Ihrem Sohn der bei seinem Vater aufw\u00e4schst. Eine sehr interessante Frau mit einigen faszinierenden Blicken auf das Leben, ich hoffe ich konnte ein bisschen was von Ihrer positiven Lebenseinstellung mitnehmen.\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Ansonsten kann ich sagen Hartford ist wirklich keine Reise wert, das einzig sehenswerte war das State Capitol.<\/p>\n<p><strong><em><span style=\"text-align: left;color: #333333;text-indent: 0px;letter-spacing: normal;font-family: 'Libre Franklin','Helvetica Neue',helvetica,arial,sans-serif;font-size: 16px;font-variant: normal;text-decoration: none;cursor: text;float: none;background-color: transparent\">Hartford, Connecticut &#8211; Binghamton, New York:<\/span><\/em><\/strong><\/p>\n<p>Da ich ziemlich entt\u00e4uscht von Hartford war, wollte ich Connecticut noch eine Chance geben und fuhr nach New Haven, einer Stadt am Nordwestatlantiks an der Ostk\u00fcste Nordamerikas. Der Umweg von knapp einer Stunde hat sich wirklich gelohnt. Dort sieht man wundersch\u00f6ne, menschenleere (lag unteranderem auch an den Minustemperaturen) und kilometerlange K\u00fcstenstr\u00e4nde gepr\u00e4gt von Felsen. Atemberaubende H\u00e4user und Anwesen und sehr gepflegte Vororte. Au\u00dferdem traf ich auf einem K\u00fcstenweg einige waghalsige Surfer die sich bei Minusgraden in die Wellen geworfen haben, diese habe ich einige Zeit beobachtet, wirklich beeindruckend!<\/p>\n<p>Danach ging es mit 225 Meilen und 4 Stunden reiner Fahrtzeit zur\u00fcck nach Binghamton.<\/p>\n<p>Abschlie\u00dfend kann ich wirklich sagen, das dieser Roadtrip mich bisher am st\u00e4rksten beeinflusst, bewegt und gepr\u00e4gt hat! Diese gesamte Strecke auf 9 Tage, komplett auf mich alleine gestellt, am morgen meistens nicht gewusst wo ich am Abend schlafen werde, offen auf vollkommen fremde Menschen zugegangen und sich gegenseitig anvertraut hat, herausfordernde Situationen gemeistert und meinen eigenen Schweinehund mehrfach \u00fcberwunden habe (Comfort Zone-was ist das?) . Ja darauf bin ich schon stolz, das war mein Abenteuer und das habe ich auch nur f\u00fcr mich alleine gemacht \ud83d\ude42<\/p>\n<p>New England du bist definitiv eine Reise wert, danke f\u00fcr diese tolle Zeit!!<\/p>\n<p>In Liebe, Anna<\/p>\n<p>(Fotos folgen sobald mein Laptop nicht mehr alle 5 Minuten abst\u00fcrzt)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hallo Zusammen, der Abschied von meiner Familie hat mich emotional ziemlich zur\u00fcckgeworfen und mir ging es die erste Januarwoche nicht sehr gut. 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