{"id":15,"date":"2019-05-02T06:07:23","date_gmt":"2019-05-02T04:07:23","guid":{"rendered":"http:\/\/35ppp.de\/alend\/?p=15"},"modified":"2023-02-21T20:13:27","modified_gmt":"2023-02-21T19:13:27","slug":"mit-den-paragraphen-auf-du-und-du-ein-bericht-der-saarbruecker-zeitung-ueber-mich-aus-dem-jahre-2015","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/35ppp.de\/alend\/2019\/05\/02\/mit-den-paragraphen-auf-du-und-du-ein-bericht-der-saarbruecker-zeitung-ueber-mich-aus-dem-jahre-2015\/","title":{"rendered":"Mit den Paragraphen auf Du und Du &#8211; ein Bericht der Saarbr\u00fccker Zeitung \u00fcber mich aus dem Jahre 2015"},"content":{"rendered":"<p>14. August 2015<\/p>\n<p>&#8222;<span style=\"font-size: 1rem\">Alend Gravi hat nach einer Orientierungsphase seinen Traumberuf gefunden<\/span><\/p>\n<header>\n<figure>\n<div class=\"text-icon-wrapper\">\n<div class=\"text-icon text-icon-large\">\n<div class=\"text-icon-image-zoom\"><\/div>\n<div class=\"icon-chevron-right\"><\/div>\n<div class=\"bg\"><\/div>\n<\/div>\n<\/div><figcaption class=\"stopFloat\"><span class=\"caption\">Alend Gravi hat keine Angst vor komplexer Gesetzesmaterie. Er will sp\u00e4ter noch Rechtspfleger werden.\u00a0<\/span><\/figcaption><\/figure>\n<\/header>\n<div class=\"first intro\"><span class=\"meta\">Saarbr\u00fccken.\u00a0<\/span><strong>Alend Gravi hatte schwer zu k\u00e4mpfen, bis er seine Ausbildung zum Rechtsanwaltsfachangestellten zu Ende gebracht hatte. Der junge Iraker musste nicht nur mit Vorbehalten gegen Ausl\u00e4nder umgehen lernen.<\/strong>\u00a0<span class=\"author\">Sarah Emminghaus<\/span><\/div>\n<div class=\"main-text\">\n<div id=\"webtrekk_fpw\">\n<p>Als Alend Gravi mit 15 Jahren die Hauptschule abschloss, h\u00e4tte er von seinem aktuellen Berufserfolg kaum zu tr\u00e4umen gewagt. Damals hatte er keine Ahnung, was er mit seinem Leben machen sollte. Er entschied sich f\u00fcr ein Berufsgrundbildungsjahr, um seinen Dreier-Notendurchschnitt zumindest ein wenig zu verbessern, bewarb sich dann wahllos bei Betrieben. &#8222;Hauptsache, irgendeine Ausbildung&#8220;, sagt der heute 19-J\u00e4hrige.<\/p>\n<p>Nach vieler Absagen hatte Gravi gefunden, was ihm Spa\u00df macht. Es folgte ein zweites Praktikum in einer anderen Kanzlei, dann dort die Ausbildung zum Rechtsanwalts-Fachangestellten. Seinen Abschluss hat er jetzt mit Bravour gemacht: Mit 94 Prozent war er zweitbester in seinem Jahrgang. Sein turbulentes Leben sieht man ihm nicht an: Er ist in Saarbr\u00fccken geboren und zur Grundschule gegangen, verbrachte dann mit seiner Familie vier Jahre in Dohuk, einer kurdischen Stadt im Irak &#8211; und der Heimat seiner Eltern. Als er dreizehn war, zog die Familie wieder nach Saarbr\u00fccken .<\/p>\n<p>In der Schule &#8211; Alend kam in die achte Klasse der Rastbachtal-Gesamtschule &#8211; f\u00fchlte er sich &#8222;total fehl am Platz&#8220;. Ein neues Notensystem, die schwierige Wiedereingliederung in Deutschland &#8211; er war unmotiviert und noch sch\u00fcchterner als heute. Seine Noten waren schlecht, die Wohnsituation auch. Sie wohnen zu siebt in einer kleinen Wohnung in Saarbr\u00fccken . Es fehlte an Platz zum Lernen.<\/p>\n<p>Erst in seinem Ausbildungsbetrieb f\u00fchlt er sich wohl. Die Materie gef\u00e4llt ihm, die Berufsschule f\u00e4llt ihm nicht schwer. Er hat ein gutes Verh\u00e4ltnis zu Chef und Kollegen. Sein Chef, Rechtsanwalt Martin Schmitt , spricht von Alend wie von einem Sohn: &#8222;Alend ist ein wirklich cooler Typ. Und er hat so viel erreicht!&#8220; In der Berufsschulklasse f\u00fchlte er sich zwar anfangs als Au\u00dfenseiter: Er war einer von zwei, die &#8222;nur&#8220; einen Hauptschulabschluss hatten, und mit 16 war er au\u00dferdem der J\u00fcngste. Aber gute Noten motivierten ihn.<\/p>\n<p>Heute spricht er mit leuchtenden Augen von Details des Zwangsvollstreckungsrechts. Schmitt wirft lachend ein: &#8222;Von manchen Dingen versteht Alend mehr als ich!&#8220;<\/p>\n<p>Alend sch\u00e4tzt das Vertrauen seines Chefs. Bei seinem ersten Praktikum, bei dem er gek\u00fcndigt wurde, habe er sich nicht wohl gef\u00fchlt, sagt der junge Iraker. Er sah sich wegen der Herkunft seiner Eltern diskriminiert. Das habe wohl auch eine Rolle bei der Entlassung gespielt. Alend glaubt, dass Rassismus im Beruf oft vorkomme.<\/p>\n<p>Er passt in keines der Klischees, die oft bei Jugendlichen mit Migrationshintergrund wiederholt werden: Um sich zu beschreiben, verwendet er Adjektive wie &#8222;ordentlich&#8220; und &#8222;zielstrebig&#8220; &#8211; er findet sich &#8222;total deutsch&#8220;. Das sei er schon immer gewesen.<\/p>\n<p>Jetzt will Alend noch mehr erreichen. Der n\u00e4chste Schritt ist das Fachabitur, danach das Studium zum Rechtspfleger. Damit kann er am Gericht arbeiten. Wie er sich den Aufstieg erkl\u00e4rt? Er zuckt mit den Schultern. &#8222;Ich wollte es einfach.&#8220;<\/p>\n<div><\/div>\n<p><strong>Zum Thema:<\/strong><\/p>\n<p>Seit Oktober 2014 haben sich mehr als 5400 Jugendliche bei der Arbeitsagentur und den Jobcentern im Saarland gemeldet, weil sie Hilfe bei der Suche nach einer Ausbildungsstelle brauchen. Fast 2100 unter ihnen hatten einen Hauptschulabschluss. Das entspricht einem Anteil von 38,3 Prozent. Mitte Juli waren noch rund 1600 junge Leute ohne konkrete Zusage f\u00fcr einen Ausbildungsplatz, davon 700 mit einem Hauptschulabschluss. Mit einem Anteil von 43,5 Prozent an allen derzeit noch unversorgten Bewerbern sind diese Jugendlichen in dieser Gruppe \u00fcberrepr\u00e4sentiert. red&#8220;<\/p>\n<\/div>\n<p>Nachzulesen:\u00a0https:\/\/www.saarbruecker-zeitung.de\/alend-gravi-hat-nach-einer-orientierungsphase-seinen-traumberuf-gefunden_aid-1578202<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>14. August 2015 &#8222;Alend Gravi hat nach einer Orientierungsphase seinen Traumberuf gefunden Alend Gravi hat keine Angst vor komplexer Gesetzesmaterie. Er will sp\u00e4ter noch Rechtspfleger werden.\u00a0 Saarbr\u00fccken.\u00a0Alend Gravi hatte schwer zu k\u00e4mpfen, bis er seine Ausbildung zum Rechtsanwaltsfachangestellten zu Ende gebracht hatte. 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