The Land Of Unlimited Opportunities

35. CBYX/ PPP

35th Throwback #4 ~ Philadelphia

Ich wusste, dass der Civic Education Workshop, welchen wir im Anschluss an unser Praktikum in D.C. hatten, einen ruhigen Start haben würde.  Deshalb beschloss ich kurzfristig, am Sonntag vorher noch einen letzten Trip einzuschieben. Samstagmorgens habe ich den Bus gebucht, welcher mich Samstagnacht nach Philadelphia befördern würde – und am Sonntagmorgen um zwei Uhr war ich am Hauptbahnhof. Dort habe ich die Zeit bis zum Sonnenaufgang um sechs mit aufgeschobenen, unbeantworteten E-Mails im 24 Stunden geöffneten Dunkin Donuts verbracht.

Einen Kaffee, eine heiße Schokolade und einen Donut später war es endlich hell genug, um mich auf den Weg in die Stadt zu machen. Die Donuts für den Sonntag wurden um vier Uhr morgens schon angeliefert, diesem Duft konnte ich natürlich nicht widerstehen. Durch die Bewegung in der frischen Luft wurde ich wieder wach und ich habe mich direkt auf den Weg zur Independence Hall gemacht, dem vermutlich wichtigsten Gebäude der Geschichte der Vereinigten Staaten. Meine gebuchte Führung sollte zwar erst um neun Uhr beginnen, doch ich war froh, direkt zum Pennsylvania Statehouse gelaufen zu sein. So konnte ich ein paar schöne Fotos im Morgenlicht machen und hatte den wichtigsten Bereich der Stadt direkt gesehen.

Da die Besucherzentren und Museen in dem Areal um kurz nach acht noch geschlossen hatten, bin ich zu einer bekannten Food-Hall gelaufen, dem Reading Market. Dort hatte ich den besten Bagel with Cream Cheese – das ist das klassische amerikanische Frühstück schlechthin – meines Lebens. Nach dem Genuss des frisch gebackenen Walnuss-Kirch-Apfel Bagels mit Knoblauch Frischkäse und Tomaten musste ich schnell zurück zur Independence Hall. In den Augen der Mitarbeiterin am Front Desk des Visitor Center kam ich zu spät, um mein Ticket abzuholen. Doch so weit war der Weg zum Startpunkt der Führung dann auch wieder nicht. Pünktlich zur Toröffnung war ich dort, und da der obligatorische Sicherheitscheck erfolgte, ging es sowieso sehr langsam voran.

Der Vortrag zur Gründing der Amerikanischen Staaten, durch die Unterzeichnung der Unabhängigkeitserklärung der dreizehn Kolonialherrscher, am 4. Juli 1776,  war sehr interessant. Dennoch nicht interessant genug, um mich so in den Bann zu ziehen, dass ich meine Müdigkeit vergessen würde, weshalb ich mich auf den einzigen Stuhl des ganzen Raumes setzte. Der Blick sämtlicher (vorherrschend älterer) Leute war mehr empörend als fragend, woraufhin ich froh war, dass der Vortrag bereits auf sein Ende zuging. Ich schaute mir anschließend noch die Kopien des Dokuments an, doch da die Unabhängigkeitserklärung im Original in dem National Archive Museum in D.C. ausgestellt ist, freute ich ich eher darauf, diese nächste Woche anzuschauen.

Obwohl sehr müde, beschloss ich, nicht direkt wieder eine Pause zu machen, die letzte war schließlich noch keine zwei Stunden her. Und das war auch gut so, denn nachdem ich mir die Liberty Bell anschaute und weiter in Richtung New Jersey marschierte, wurde ich wieder munter. Und ja, richtig gelesen, ich bin, während ich über die, nicht enden wollende, Benjamin Franklin Bridge gelaufen bin, in Camden angekommen. Das ist eine Stadt des Staates New Jersey, die Brücke trennt diesen von Pennsylvania. Nachdem ich Camden etwas angeschaut habe, ging es zurück nach Philadelphia und zu meiner lang ersehnten Pause. Meine liebste App Google Maps enttäuschte mich nicht, mit seiner Gabe, ein kleines, lokales Kaffee in der Nähe zu finden, von welchem mir der Duft frisch gerösteter Kaffeebohnen bald schon entgegenwehte.

Nach der lang ersehnten Stärkung ging es weiter zu den üblichen Sightseeing-Zielen. Das bekannte LOVE-Sign der Stadt, das Kunstmuseum, die Bootshäuschen und die Zitronen-Villa wollte ich noch sehen. Das Museum habe ich nur von außen angeschaut, ich habe in D.C. wirklich genug Museen besucht, und aufgrund der Agenda zum Civic Education Workshop, welcher am nächsten Tag beginnen würde, wusste ich, dass ich in naher Zukunft noch zwei weitere sehen würde. Doch zum Kunstmuseum in Philly führt die Treppe des Filmes Rocky, fast jeder kennt die berühmte Szene, in der Balboa immer zwei Stufen auf einmal nimmt, um für seinen Kampf zu trainieren.

Schlußendlich habe ich an diesem Samstag einiges gesehen, und dafür über 36 Tausend Schritte, das sind mehr als 25 Kilometer zurückgelegt. Und anschließend ging es noch über fünf Stunden mit Bus, Metro und Uber zurück nach Bethesda, wo ich nach 42 Stunden ohne Schlaf todmüde ins Bett gefallen bin – aber das war es wert.

Hauptbahnhof Philadelphia um zwei Uhr morgens

Sonnenaufgang, auf dem Weg zur Independence Hall

Independence Hall

Reading Market mit meinem leckeren Bagel

Independence Hall und Liberty Bell (ich habe schon wieder vergessen, in welchem der beiden Räume das Dokument unterzeichnet wurde, ich war scheinbar wirklich müde, haha)

Benjamin Franklin Bridge

Camden, New Jersey (wirkte recht ärmlich, aber evtl. nur im Vergleich zu Philly auf der anderen Seite, in dessen Schatten diese Stadt sicherlich steht)

Kaffee 😀

Downtown

Love Sign

Art Museum und Rocky Steps

Boathouse Row

Zitronenvilla

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